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Rundgänge in Aussersihl und Hard, dem Zürcher Stadtkreis 4

Umschlag von Peter Killers Buch über Karl Geiser von 1987

Umschlag von Peter Killers Buch über Karl Geiser von 1987

Das Zett-Haus am Stauffacher

Das Zett-Haus am Stauffacher 

Karl Geiser (1898-1957)

Nach der der Rekrutenschule bezog der in Bern aufgewachsene Bildhauer 1918 sein erstes Atelier. Im April 1920 reiste er nach Deutschland, nach einer Frankreichreise siedelte Karl Geiser 1922 nach Zürich um. Unterbrochen von längeren Arbeitsaufenthalten in Paris (1926/27 und 1936-38), in Rom, Genua und Berlin arbeitete und lebte Geiser bis zu seinem Tod in verschiedenen Ateliers in Zürich und Umgebung – zeitweise im Zett-Haus am Stauffacher und in Zürich-Letten.

1926 gewinnt Geiser den Wettbewerb für die Plastiken vor dem neuen Berner Gymnasium. Die Einweihung dieser beiden Skulpturen «Mädchengruppe» und «Knabengruppe» findet erst 12 Jahre später, am 8. April 1938 statt.

In den 20er- und 30er-Jahren entstanden Portraitköpfe, Frauen- und Knabenfiguren, Werke die er auch fotografisch dokumentierte. Geiser sprach offen von seiner «Knabenliebe», 1929 wurde er wegen der Beziehung zu einem Modell erstmals verhaftet.

1934 erhielt Geiser den Auftrag für eine Löwenfigur vor dem neuen Verwaltungsgebäude Walche in Zürich. Die Steinfassung des «Schreitender Löwe» wurde erstmals an der Landesausstellung 1939 gezeigt. 1941 stellte das Kunsthaus Zürich Zeichnungen von Karl Geiser aus, im gleichen Jahr zeigte das Kunsthaus Winterthur in einer grossen Ausstellung Plastiken und Radierungen des Künstlers.

Nach seinem Erfolg im Wettbewerb für ein Denkmal der Arbeit in Zürich wurde 1952 ein Werkvertrag abgeschlossen. Das Projekt blieb bis zu Geisers Freitod 1957 sein Hauptanliegen, wurde aber nicht vollendet.

Adresse

Bäckerstrasse 22

Erreichbarkeit

Tram 2,3,8, 9 Stauffacher

Literatur

  • Karl Geiser, Plastiken, Zeichnungen, Radierungen, Photographien; Ausstellungskatalog Kunsthaus Zürich, 1988
  • Jan Morgenthaler: Der Mann mit der Hand im Auge. Die Lebensgeschichte von Karl Geiser. Limmat Verlag, Zürich 1988